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 NEWS

 Der Kuss am Schluss stand nicht im Drehbuch2016-11-07 22:11:20 
(Rhein-Neckar Zeitung, 07.11.2016)

Goukelkappe führte am Wochenende dreimal „Die Spanische Fliege" auf - Überraschung bei der Premiere

Bammental. Was das Publikum nach der Premiere des Stücks „Die Spanische Fliege" in der TV-Halle erlebte, war nicht frei erfunden, sondern romantische Realität. Alexander Edler machte seiner langjährigen Freundin Carolin Mende auf der Bühne einen Heiratsantrag - samt Kniefall. Geküsst hatten sie sich auch vorher schon. Schließlich spielte Carolin die Fabrikantentochter Paula und er den Rechtsanwalt Gerlach, der um ihre Hand anhält. Für Edler war es die erste Rolle beim Theaterverein Goukelkappe.

Das Stück „Die Spanische Fliege" ist eine turbulente Verwechslungskomödie, die im Haus eines Senf- beziehungsweise Mostrichfabrikanten spielt und in der es um eine heimliche Vaterschaft geht. Oder besser gesagt: um Vaterschaften. Schließlich vermuten gleich vier Männer, sie könnten vor 25 Jahren mit einer Tänzerin einen Sohn gezeugt haben. Alle haben an die „Spanische Fliege" Alimente gezahlt. Die Komödie in drei Akten von Franz Arnold und Ernst Bach wurde bereits 1913 uraufgeführt.

Fabrikant Ludwig Klinke regt sich herrlich über verdorbenen Senf auf und seine Ehefrau Emma über den Sittenverfall. Bei der Goukelkappe schlüpften Michael Mende und Christa Kleinbub-Dunkl in diese Rollen. Zum Publikumsliebling avancierte Felix Flachs als Heinrich Meisel, dem unbeholfenen Sohn von Gottfried und Mathilde (Bernd Segnitz und Eva Saalfrank), der eigentlich Paula heiraten soll, sich aber in deren Cousine Wally (Rebecca Flachs), Tochter des Reichtagsabgeordneten Burwig (Thomas Pachunke) verliebt.

In weiteren Rollen wirkten Daniel Pösl und Heinz Müller alias „Wimmer" und „Tiedemeier" - noch zwei mögliche Väter - und Hannelore Mathes als Haushälterin bei den Klinkes mit. Hinter den Kulissen gab es ebenfalls ein starkes Team, das für Kostüme, Bühnenbild, Maske, Lichttechnik oder das Soufflieren sorgte. Uwe Lay und Bernd Segnitz übernahmen die Regie.

Drei Vorstellungen gab die Goukelkappe über das Wochenende. Ein Dreivierteljahr hatte der Theaterverein dafür geprobt. Zu den Requisiten gehörte das elegante Sofa, das ein Antiquitätengeschäft zur Verfügung stellte, aber auch eine selbst gezimmerte Schwingtür, die besonders schwungvolle Auftritte erlaubte. Vergoldetes Geschirr kam schließlich bei der doppelten Verlobungsfeier im Hause Klinke zum Einsatz.

Weil die Amateurtheater wegen der Aufführungsrechte bei der Inszenierung oft wenig Spielraum haben, gab es in Bammental nur wenige Änderungen. Die „Spanische Fliege" spielte allerdings nicht in Sachsen, sondern in unserer Region, und Heiratskandidat Heinrich reiste von Bruchsal an. Die Tänzerin, die alle nur „Spanische Fliege" nennen, stammt in der Bammentaler Fassung aus Mannheim. Bei der Premiere gab es mehrfach Szenenapplaus und zum Schluss lang anhaltende Beifallsbekundungen.

Der Theaterverein Goukelkappe freut sich über neue Mitglieder, die in allen Bereichen aktiv werden können. Nach dem jüngsten Stück, das wie der „Kurpfälzer Abend" im Frühjahr Teil der 1000-Jahr-Feier von Bammental war, können beim Verein auch bald wieder Nikoläuse gebucht werden. Am nächsten Kurpfälzer Abend, der am 25. März 2017 über die Bühne geht, feilen die Theaterleute ebenfalls schon. Jetzt lehnen sie sich aber erst einmal zurück und genießen den großen Erfolg, den sie mit dem jüngsten Stück eingefahren haben.
(Karin Katzenberger-Ruf)